Unsere humanitäre Arbeit in Sierra Leone

Sierra Leona hat eines der niedrigsten Bildungsniveaus der Welt, welches sich durch die Ebola-Krise noch verschlechtert hat. Die Grundschulen sind in den abgelegenen Regionen überfüllt, die Lernressourcen knapp und Lehrer unzureichend ausgebildet. In diesen entlegenen Regionen befinden sich schätzungsweise 283.000 Kinder außerhalb des Bildungssystems, besonders Mädchen sind von dieser Situation betroffen. Des Weiteren ergab unsere Studie (Stand 2012), dass fast 3.000 Kinder in den Straßen von Sierra Leone leben und weitere 50.000 dort arbeiten. Deshalb hat Street Child beschlossen zu handeln. 

 

Unsere Projekte

Das weltweite Netzwerk von Street Child begann 2008 in Sierra Leone mit einer kleinen Anzahl von Straßenkindern. Heute haben wir unser Aktionsfeld erweitert, um möglichst vielen Kindern eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu ermöglichen.

 
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KInder in Not

Unser Team sucht und identifiziert Straßenkinder und versucht ein Ansprechpartner für die Kinder zu werden, die auf sich allein gestellt sind. Unsere Sozialarbeiter versuchen diese Kinder mit einer Familie (im Normalfall ihrer eigenen) zusammenzuführen. Zwischen 2008 und 2013 vereinigten unsere Straßenteams mehr als 2.500 Kinder mit ihren Familien. Durch diese Stabilität haben die Kinder die Möglichkeit zur Schule zu gehen und außerdem die Perspektive auf eine bessere Zukunft. Street Child betreut diese Kinder bis sie die Grundschule abgeschlossen haben, um zu vermeiden, dass sie die Schule vorzeitig abbrechen.

In 2014 hat Street Child in den Gebieten Kenema, Kailahun und Kono Projekte für Ebola-Waisen durchgeführt und hat mehr als 12.000 von der Epidemie betroffenen Kindern geholfen

Seit 2016 helfen wir Mädchen, die aufgrund von Armut, Schwangerschaft, minderjähriger Eheschließung, fehlender Unterstützung durch die Eltern und/oder geringer Bildungsmöglichkeiten nicht zur Schule gehen. Ob durch Schulmaterial, Lehrerausbildung oder Klassenzimmerbau, Street Child strebt danach, Bildung für alle zugänglich zu machen.

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Familien Business

Nachhaltigkeit steht bei allem was wir tun im Vordergrund.

Für viele der Familien mit denen wir arbeiten sind die Kosten für Bildung zu hoch. Die häusliche Armut hält Tausende von Kindern von der Schule fern, ein ernstes Muster, das sich, wenn es nicht unterbrochen wird, endlos wiederholt.

Aus diesem Grund hat Street Child Familien Business Teams gebildet, die dem entgegenwirken sollen. In Zusammenarbeit mit unseren Sozialarbeitern können sie Familien in Armut mit der richtigen Hilfe unterstützen. Dies ermöglicht Familien, sich aus extremer Armut zu befreien, ihre Familien zu erhalten und die Bildungskosten ihrer Kinder zu bezahlen.

Die Teams geben Firmentraining, Subventionen, Darlehen und lehren, wie Familien gerettet werden können. Dieses Projekt hat bereits beeindruckende Ergebnisse erbracht. Bislang wurden mehr als 22.000 Kleinstunternehmen von Street Child gegründet oder unterstützt, und mehr als 90 Prozent dieser Familien können immer noch für die Bildung ihrer Kinder zahlen.

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LÄNDLICHE SCHULEN

Seit 2010 unterstützt Street Child erfolgreich Schulen in ländlichen Gegenden von Sierra Leone. Hierbei werden fünf Gemeinden in Tambakha unterstützt. Der Hauptaugenmerk dieses Projekts liegt darauf, dass tausende Kinder zum ersten Mal Zugang zu Bildung haben. In den abgelegenen Gebieten Westafrikas haben Kinder oftmals nicht einmal die Möglichkeit, die einfachsten Mathe- und Schreibfähigkeiten zu erlernen. In Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinden haben wir Grundschulen gebaut und außerdem über die Wichtigkeit einer Schulbildung aufgeklärt. Anschließend haben wir Mitglieder der Gemeinden ausgewählt, damit diese ein Teachertraining absolvieren. Seit der Gründung hat sich das Projekt vergrößert und mittlerweile unterstützen wir fast 690 Lehrer in 127 Gemeinden in Sierra Leone. Street Child hat es möglich gemacht, dass mehr als 22.000 Kinder in abgelegenen Gebieten das erste Mal in die Schule gehen können.

Darüberhinaus haben unsere Nachhaltigkeitsinitiativen sichergestellt, dass Schulen die Gehälter ihrer Lehrer und andere Ausgaben selbst finanzieren können, bis die Regierung dies übernimmt. Außerdem erhalten die Gemeinden Agrarsubventionen und technische Unterstützung, damit sie kollektive Reisfarmen und Saatgutvergabesysteme entwicklen können, bei der die Ernte zur Deckung der Bildungskosten verkauft wird.

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MARIE, DIE MUTTER, DIE HOLZKOHLE VERKAUFT, DAMIT IHRE TOCHTER WEITERHIN ZUR SCHULE GEHEN KANN

"Ich bin so dankbar für diese Gelegenheit, durch die ich Fatima in die Schule schicken kann."

Fatima ist in der 6. Klasse. Street Child gab ihrer Mutter Marie einen Mikro-Zuschuss, um ein Geschäft zu gründen: Sie verkauft jetzt Holzkohle, mit dessen Gewinn kann Marie ihre Tochter in die Schule schicken.

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ADAMA, DIE SOZIALARBEITERIN, DIE HILFT ZU LEBEN

"Die Menschen wollen so sehr, dass ihre Kinder zur Schule gehen, aber sie haben nicht die Mittel dafür."

Adama Glenna arbeitet nun schon seit fünf Jahren als Business Officer bei Street Child. Ihr Team verteilt und kontrolliert Subventionen für Kleinstunternehmen an Eltern und Betreuer. Adama lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in einer der Gemeinden, in der sie arbeitet. "Dass die Leute mich kennen und mir vertrauen, hilft meiner Arbeit enorm, und so sind sie mir gegenüber sehr offen."

Einer ihrer Nachbarn erhielt einen Zuschuss für die Gründung eines Unternehmens. Sie verkauft Africannah-Seife, um die Schulgebühren ihrer Tochter zu bezahlen. "Jetzt ist ihre Stimme das Erste, was du morgens hörst!"