Von der Straße zum eigenen Geschäft

 

Das ist James. Er stammt aus dem Tonkoli Distrikt von Sierra Leone. Er hat 45 bis 50 Brüder und Schwestern, die verschiedene Mütter haben. Sein Vater ist ein Taxifahrer, und seine Mutter ist eine Hausfrau mit einem Kleinunternehmen.

Ähnlich wie viele andere Kinder in Sierra Leona, ist er mit seiner Tante nach Freetown gezogen, damit er in die Schule gehen kann. In 2003 hat seine Tante finanzielle Probleme bekommen und musste nach Guinea umziehen. Infolgedessen ist James auf der Straße gelandet. Er ist schnell unabhängig geworden und begann als Gepäckjunge im Ferry Port Terminal zu arbeiten.

"Ich habe jeden Tag nach Essen und Kleidung gesucht. Ich schlief an den gleichen Orten wie meine Freunde, manchmal in der Markthalle. Das Leben auf der Straße ist nicht einfach - es kann sehr schwierig sein. Ich bin schnell in der Kriminalität gelandet. Ich musste stehlen um zu überleben. Die Polizei hat uns manchmal festgenommen, und hat uns alles weggenommen, einschließlich dem Geld, was wir tagsüber eingenommen haben."

James hat viel durchgemacht, als er auf der Straße gelebt hat. Jedoch konnte er sein Leben ändern. Er traf Peter, einen der örtlichen Sozialarbeiter von Street Child. Er hat ihm geholfen sein Leben zu ändern und hat ihn dabei unterstützt, eine Tischler Lehre anzufangen. Mittlerweile hat James sein eigenes Unternehmen aufgebaut, in dem er Möbel herstellt.

"Am Anfang war es schwierig, meinem alten Leben den Rücken zuzukehren. Ich sprach 1 bis 2 mal wöchentlich mit Peter, was mich sehr geprägt hat. Als ich Vater geworden bin, wusste ich, dass ich Verantwortung übernehmen musste. Das hat mir eine Perspektive gegeben."

James hat die Mutter seines Kindes kennen gelernt als sie am selben Fährhafen gearbeitet haben. Damals hatte James noch als Gepäckjunge gearbeitet. Mittlerweile sind sie verheiratet und haben einen dreijährigen Sohn, den sie dank James Tätigkeit unterstützen können

Florian Weimert