Unsere humanitären Projekte in Nepal

 

Im April 2015 wurde Nepal von einem katastrophalen Erdbeben, gefolgt von einer Reihe schwerer Nachbeben, heimgesucht - ein großer Teil des Landes war in Trümmern. Es wird geschätzt, dass über 1 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen konnten, weil mehr als 50.000 Klassenräume zusammengebrochen oder beschädigt waren. Bildung ist für die nepalesische Regierung eine wichtige Priorität, aber es bleibt noch viel zu tun, um den Zugang zur Bildung auf lange Sicht zu gewährleisten, sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten.

 

Unsere Projekte

Nach unserer effektiven und schnellen Reaktion auf die Ebola-Krise in Westafrika wurde Street Child von UNICEF gebeten, zusammen mit lokalen Partnern in Nepal bei der Wiederherstellung von Bildung in einigen der am schlimmsten betroffenen Gemeinden des Landes zu helfen. Derzeit sind wir damit beschäftigt, herauszufinden welche nepalesische Gemeinden unsere Hilfe am meisten benötigen, damit wir Projekte implementieren können, die Kindern die Möglichkeit geben, zur Schule zu gehen.

 
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Wiederaufbau von Schulen Nach dem Erdbebeen

Street Child arbeitet derzeit in vier Distrikten Nepals - Okhaldhunga, Nuwakot, Rasuwa und Sindhuli - an dem Bau von 120 Schulgebäuden und 65 Waschanlagen. Street Child hat nun mehr als 360 Lehrer im Krisenmanagement ausgebildet. Dies soll ihnen helfen, damit sie bei zukünftigen Katastrophen mehr psychosoziale Unterstützung und Waschangebote für Schüler anbieten können. Des Weiteren stellen wir sicher, dass den Schulen in der gesamten Region Bildungspakete zur Verfügung gestellt werden, so dass wir trotz Einschränkungen in der Lernumgebung eine konstante Bildungs- und Lernqualität bieten können.

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KINDER IN sTEINFABRIKEN

Wanderarbeiter werden sechs Monate im Jahr für die Herstellung von Ziegeln angestellt, und während dieser Zeit leben ihre Familien in der Ziegelei. Da ihre Kinder jedes Mal umziehen müssen, wird ihre Bildung regelmäßig unterbrochen, so dass viele Kinder schon vor ihrem zweiten Jahr die Schule abbrechen. In einer Fabrik in Bhaktapur hat Street Child nun zwei sichere und kinderfreundliche Schulen für 80 Kinder gebaut. Wir beabsichtigen, dieses Erfolgsmodell auch auf andere Fabriken anzuwenden, um noch mehr Kindern von Backsteinfabrikarbeitern im Kathmandutal zu helfen.

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Kinder in muslimischen Gemeinschaften

Durch ihren Status als unterste Kaste sind die Musahar Diskriminierung ausgetzt und werden in Sklavenarbeit gefangen gehalten. Dies ist eine der am wenigsten entwickelten Gemeinschaften in Nepal, und besonders die Mädchen sind durch Kasten-, Klassen- und Geschlechterdiskriminierung benachteiligt. Street Child will diesem Problem durch eine gezielte Intervention entgegenwirken, die die öffentliche Meinung verändern soll, indem es Marginalisierung von Musaharkinderen bekämpft und die Gemeinschaft von Sklavenarbeit befreit.

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BIMALA, DIE HARTARBEITENDE MUTTER

"Ich bin sehr glücklich mit der Schule hier ... Ich muss mir keine Sorgen um die Erziehung meiner Kinder machen. Hier sind sie glücklich und sicher, meine Kinder können frei wählen, wie ihre Zukunft aussieht, solange sie glücklich und gebildet sind. Sie können selber entscheiden, was sie mit ihrem Leben machen wollen. "

Bimala und ihr Ehemann reisen jedes Jahr mit ihren 3 Kindern nach Nepal, um zu arbeiten. Wie viele Eltern, die bereits Backsteinfabriken arbeiten, war sie besorgt, dass ihre Kinder nicht zur Schule gehen würden. "Ich will nur ein besseres Leben für meine Kinder, und Bildung ist sehr wichtig dafür, aber um Bildung zu ermöglichen, muss ich hart arbeiten, auch wenn dies bedeutet, dass meine Kinder zweimal im Jahr die Schule wechseln müssen."

Zusammen mit der lokalen Organisation Kopila Nepal arbeitet Street Child am Bau einer Leineschule in der Backsteinfabrik von Bimala, damit die Kinder lernen können, während ihre Eltern arbeiten.

Der 5-jährige Sohn von Bimala, Ashish, besucht diese Schule. Die Schule verwendet einen speziellen Lehrplan und Lernmethoden, die es Kindern ermöglichen, von den Schulen in ihrem Heimatbezirk zu wechseln, um die Unterbrechung ihrer Ausbildung während des jährlichen Umzug zu minimieren.

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SARASWATI ÜBERLEBTE DAS ERDBEBEN UND MÖCHTE IHRE TOCHTER IN DIE SCHULE SCHICKEN

Sindhuli war einer der am schlimmsten betroffenen Gebiete während der Erdbeben im Jahr 2015. Für Saraswati bedeutete dies, dass ihre drei Töchter nicht mehr zur Schule gehen konnten, etwas, das sie nie erleben wollte:

"Während des ersten Erdbebens rannte ich zur Schule, um zu sehen, ob meine Töchter in Ordnung waren. Nach den Erdbeben hatte ich Angst, meine Kinder zurück in die Schule zu schicken, weil das Gebäude Risse hatte ... Mit jedem Nachbeben begannen die Kinder wegzulaufen und wurden verletzt ... und dann eilte ich zurück zur Schule, um nachzusehen, ob meine Mädchen in Ordnung waren. "

"Meine Eltern wollten nicht, dass ich zur Schule gehe, weil ich ein Mädchen war, sie sagten, es sei nicht nötig, heutzutage ist einer meiner Brüder Arzt, einer ist Tierarzt und einer hat seine eigene Firma, aber ich habe diese Chance nie bekommen und deshalb bin ich entschlossen, alle drei Mädchen in der Schule zu lassen, damit sie ein besseres Leben führen können als ich. "

Nach den Erdbeben in Nepal hatten viele Eltern Angst, ihre Kinder aufgrund von Schäden an Schulgebäuden in die Schule zu schicken. Jetzt baut Street Child in Sindhuli mehr Lernorte, um sicherzustellen, dass Kinder sicher in die Schule gehen können. Saraswati unterstützt die Ausbildung von Mädchen und Jungen in ihrer Gemeinde und zeigt ihnen, dass es für die Kinder sicher ist, wieder in die Schule zu gehen.